Neubau als Anbau an die bestehende Halle aus dem Jahr 1890 zur Erweiterung um zwei Hallen- teile für Ausbildungs-zwecke der Berliner Polizei

Projektbeschreibung

An zentraler Stelle auf dem Gelände der Polizeiakademie Berlin in der Charlottenburger Chaussee 67 wurde für die Ausbildung von Polizeianwärtern eine bestehende Sporthalle von Grund auf erneuert und durch einen Erweiterungsbau zu einem Ensemble aus vier Sporthallen einschließlich Nebenräume ergänzt.

Die bestehende Halle – im Jahr 1870 als Reithalle errichtet – musste aufgrund des schlechten baulichen Zustandes und Schadstoffbelastungen bis auf das Außenmauerwerk zurückgebaut werden. Bodenplatte, eine Hallentrennwand sowie die komplette Dachkonstruktion wurden neu errichtet. Das Fassadenmauerwerk aus Vollziegeln wurde statisch ertüchtigt, behutsam instand gesetzt und nach historischem Vorbild ergänzt. Im Innern des Bestandsbaus entstanden zwei moderne, voll ausgestattete Sporthallen auf eine Bruttogrundfläche von 850m².

Der parallel zum Altbau errichtete Neubau nimmt durch seine Positionierung und Höhenentwicklung klaren Bezug zum Altbau, stellt jedoch durch seine reduzierte und präzise Fassadenhülle und deren Materialität einen deutlichen Kontrast dazu dar. Die Fassade aus hinterlüfteten Aluminium-Welltafeln und -paneelen sowie transluzenten Lichtbändern bildet durch ihre abstrakte industriell Anmutung eine spannendes Wechselspiel zu der handwerklichen, durch Vor- und Rücksprünge gegliederten Wandfläche des Altbaus aus gebrannten Ziegel.

Der Neubau nimmt auf eine Bruttogrundfläche von ca. 1.020m² zwei Sporthallen zum einsatzbezogenen Selbstverteidigungstraining, den zentralen Eingang der Sporthallen sowie den Umkleide- und Sanitärbereich auf. Ein eingeschossiger eingerückter Flachbau verbindet den Alt- und Neubau.

Die Konstruktion der Hallen des Neubaus besteht aus einem mit Mauerwerk ausgefachtem Stahlbetonskelett, der Hallenquerschnitt wird wirtschaftlich durch Nagelbrettbinder überspannt; zwischen den beiden Hallen befindet sich der massive zweigeschossige Nebenraumtrakt mit dem Sanitärbereich und darüberliegend – an zentraler Position zu den vier Hallenteilen positioniert – die Technikzentrale.

Isometrie Neubau

Projektdaten

Planungsbeginn: 2015
Baubeginn: 2016
Fertigstellung: 2017

BGF: Neubau: 1397m², Altbau:846m²
BRI: Neubau:6190m³, Altbau:8216m³

Baukosten: 4,578 Mio. €
KG 200-700

Objektplanung LP 2-9

Foto © Architekt