Einfamilienhaus inmitten der Villenkolonie

Projektbeschreibung

Das Einfamilienhaus befindet sich auf einem der letzten freien Grundstücke inmitten der Villenkolonie Kleinmachnow bei Berlin.
Das Haus selbst verbindet nicht nur unterschiedliche Typologien, es ermöglicht seinen Bewohnern darüber hinaus den fliessenden Wechsel zwischen den Bauformen und ihren spezifischen Qualitäten.
Das Grundstück wird vom Westen her erschlossen. Die aufsteigende Betonscheibe des Daches markiert den Zugang und zieht den Besucher mit seiner Untersicht unmittelbar in das Zentrum des Hauses hinein. Der sich in die Betonplatte ein- und durch sie hindurchdrückende Holzkubus zeigt bereits im Hauszugang seine Kraft, die die Dachscheibe, auf die er geworfen zu sein scheint, gleichzeitig niederdrückt und aufsteigen lässt.
Das Nebeneinander von transparenten und milchigen Verglasungen, von Schatten, Licht und Durchblicken läßt hier das räumliche Thema des Hausinneren bereits von aussen erkennen:
Je nach Standort, Blickrichtung und Tätigkeit verändern sich die Räume, vom in sich geschlossenen, eigenständigen Bereich, zu sich überlagernden Zonen, hin zu Strukturierungen und Rhythmisierungen einer fliessenden Raumbewegung.

Im Mittelpunkt des Erdgeschosses liegt ein Hof, eine Terrasse, ein Garten, der von der Bewegung der auf und absteigenden Dachkanten definiert wird.
Befindet man sich im Wohnbereich verschieben sich die Grenzen des Hofes. Jetzt sind es die Wände jenseits des Umganges, die den Raum definieren und seine Begrenzung im Spiel mit anderen Elementen, Materialwechseln und geschlossenen Bereichen in der Glasfassade schrittweise auflösen.
Steht man ausserhalb des Hauses im Garten oder befindet sich im Spielbereich vor der Garage, wird der Hof zu einer Zone, einem Teppich oder einer Zwischenstation im Fliessen des Gartens hindurch durch das Haus. Oder ist es das Haus, das sich auflöst, aufteilt und den Garten einfängt?
Steigt man nach oben, in den aufgesetzten Kubus, wird das übrige Haus, ja sämtliche Bebauung der Umgebung, völlig ausgeblendet. Was bleibt, ist der gerichtete, lineare Blick nach Osten, in den Wald hinein. Wohnen im Grünen.

Ansicht

Projektdaten

Planungsbeginn: 2003
Baubeginn: 2005
Fertigstellung: 2006

HNF:  180 m²

Baukosten:  320.000 €
KG 300-400

Objektplanung LP 2-8

Foto © Ortwin Heipe